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Anästhesie

Allgemeines

Die Anästhesieabteilung unseres Hauses  besteht nur aus Fachärzten.

Die Leitung liegt in den Händen von Klaus Delfs und Dr. Erdmute Schrock.

Als Funktionsoberärzte fungieren Dr. Wolfgang Raabe und Thomas Pemöller.

 

Weitere Mitglieder der Abteilung sind:
Herr Dr. Henning Banse, Hans Krischer, Dr. Heike Müller, Dr. Liselotte Weichert, Dr. Ilona Wilke.

 

Es werden pro Jahr etwa 5000 Anästhesien; davon ca. 15 % mit örtlichen Betäubungsmitteln in Form von Regionalanästhesien durchgeführt. Dieses geschieht teilweise in Kombination mit einer Vollnarkose.

 

Dazu wird eine interdisziplinäre Intensivstation mit 10 Betten, ein Aufwachraum und das ambulante OP- Zentrum betreut.

 

In einer Anästhesieambulanz wird ein großer Teil der Narkosevorbereitungsgespräche geführt.

 

Desgleichen ist die Anästhesieabteilung auch auf den anderen Stationen verantwortlich für die Schmerzbehandlung nach Operationen oder auch bei chronischen Schmerzpatienten, wenn diese mit den „normalen“ Medikamenten wie Spritzen unter die Haut und Tabletten bzw. Zäpfchen nicht ausreichend zu behandeln sind.

 

Auch werden in der Geburtshilfe Schmerztherapieverfahren zur Geburtserleichterung angewandt.

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Unsere Prinzipien

Unser Ziel ist es, unseren Patienten während einer Operation oder eines anderen Eingriffs die größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten. Dieses versuchen wir mit dem bestmöglichen Komfort zu verbinden, soweit dies unter Sicherheitsaspekten realisierbar ist. Angst, Unbequemlichkeiten und andere Empfindungen, die Sie als Patient/in belasten können, versuchen wir durch Gespräche, Ablenkung, Lagerungsmaßnahmen  und erforderlichenfalls auch mit Medikamenten abzubauen.


Hierzu betreuen wir sie rund um die Operation herum (perioperativ) angefangen mit dem Narkosevorbereitungsgespräch (praeoperative Praemedikationsvisite), weiterhin während der auf sie persönlich und mit ihnen abgestimmte Narkose (intraoperativ), danach durch die auf sie und ihre Operation abgestimmte Schmerzbehandlung und wenn erforderlich auch auf der Intensivstation (postoperativ).

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Vor der Narkose


Das Narkosevorbereitungsgespräch (Praemedikationsvisite )


Vor einer Anästhesie werden alle Patienten von einem Arzt unserer Abteilung befragt und untersucht. In diesem Gespräch können Sie als Patient/in (und, wenn Sie dies wünschen, auch Ihre Angehörigen) alle gewünschten Auskünfte über das vorgesehene Betäubungsverfahren erhalten. Auch eine Einbeziehung des Hausarztes ist möglich, sofern Sie dies wünschen. Falls mehrere Verfahren in Frage kommen, werden Sie an der Auswahlentscheidung selbstverständlich beteiligt.

Um das Narkoseverfahren auf sie persönlich abstimmen zu können, müssen wir ausführliche Fragen bezüglich Ihrer Vorerkrankungen stellen. Die von ihnen mitgebrachten oder auch hier erhobenen Befunde müssen begutachtet und berücksichtigt  werden.

Auf die  Möglichkeit von Blut sparenden Maßnahmen werden wir sie auch hinweisen, so diese in Betracht kommen.

Während des Vorbereitungsgesprächs müssen wir Sie auch über die möglichen Risiken der Anästhesie aufklären. Wir wissen, dass dies zusätzlich Angst erzeugen kann und nehmen diese Angst auch ernst. Wir können Ihnen diese Aufklärung aber nicht ersparen, weil wir hierzu juristisch verpflichtet sind (deshalb auch die große Zahl von Unterschriften, die Sie vor einer Operation zu leisten haben). Vor allem aber respektieren wir Ihre freie Willensentscheidung über alles, was mit Ihrem Körper geschieht.

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Während der Narkose


Die Narkoseverfahren

Grundsätzlich kann man unterscheiden zwischen einer Vollnarkose (Allgemeinanästhesie), einer Betäubung nur von Teilen des Körpers (Regionalanästhesie) und einer örtlichen Betäubung (Lokalanästhesie).

Allgemeinanästhesie
Als Narkoseverfahren praktizieren wir sowohl die klassische Technik der sogenannten balancierten Anästhesie, bei der das Einschlafen in der Regel durch eine Injektion erfolgt und die Narkose durch eine Kombination von inhalierten und injizierten Medikamenten aufrecht erhalten wird.

In unserer Abteilung wird überwiegend die moderne Technik der totalen intravenösen Anästhesie (TIVA) angewandt, bei der auf die Inhalation von Narkosemitteln völlig verzichtet wird. Bei bestimmten Vorerkrankungen werden diese gespritzten Medikamente aber auch mit inhalierbaren kombiniert oder auch durch diese ganz ersetzt.

Beide Techniken machen in der Regel eine künstliche Beatmung während der Narkose erforderlich, da die Narkosemittel den Atemantrieb unterdrücken und oft zusätzlich muskelentspannende Mittel verabreicht werden, welche eine ausreichende Eigenatmung ausschließen.

Die Beatmung wird, je nach operativem Eingriff, über eine Gesichtsmaske, eine im Rachen platzierte Kehlkopfmaske oder einen in der Luftröhre platzierten Tubus vorgenommen. Alle diese Instrumente werden erst angewendet, nachdem Sie eingeschlafen sind, und werden entfernt, ehe Sie wieder aufwachen. In einigen Fällen ist allerdings die Inhalation von Sauerstoff über eine Gesichtsmaske vor dem Einschlafen erforderlich. Die Kombination einer Narkose mit einem Verfahren der Regionalanästhesie ist möglich.

Regionalanästhesie
Knapp  1 000 Patienten jährlich werden von unserer Abteilung mit einer Regionalanästhesie versorgt. Im Vordergrund stehen dabei die rückenmarksnahen Verfahren, also die 

  • Spinalanästhesie (bekannt als „Rückenmarksspritze“). Mit dem Rückenmark hat diese Anästhesieform gottlob nur am Rande etwas zu tun. Es wird hierbei ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) an die Nerven gespritzt, welche die untere Körperhälfte versorgen. Diese treten weiter oben aus dem Rückenmark aus und schwimmen unten in einer Flüssigkeit, in die wir das Medikament hineinspritzen. Sie sind dann nach etwa 5 Minuten ab Bauchnabel abwärts betäubt
  • Periduralanästhesie Hierbei wird ein örtliches Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) über eine Kanüle oder einen dünnen Katheter in das Bindegewebe des Wirbelkanals gespritzt, das sich von dort in die Rückenmarksflüssigkeit sowie an die in das Rückenmark eintretenden Nerven verteilt.

Beide Verfahren erlauben Operationen an den Beinen und einige Operationen im Unterbauch. Kombiniert mit einem Narkoseverfahren erlauben sie auch große Oberbauchoperationen.

  • Armplexusanästhesien kommen für Operationen am Arm in Frage. Hier wird das örtliche Betäubungsmittel meist in  die Achselhöhle, in einigen Fällen auch weiter oben eingespritzt. 

Lokalanästhesie
Die örtlichen Betäubungen für kleine Eingriffe werden in der Regel von den operierenden Kollegen selbst durchgeführt.

Blut sparende Maßnahmen

Die beste und effektivste Blut sparende Maßnahme ist die gute Blutstillung durch unsere Operateure.
Trotzdem kann es unter Umständen zu größeren Blutverlusten kommen. Dann wenden wir im Wesentlichen zwei Verfahren an: Die praeoperative Eigenblutspende und die intra - und postoperative Blutaufbereitung.

Praeoperative Eigenblutspende
Dieses Verfahren kommt in Betracht, wenn ein Eingriff gut planbar ist und man eine Vorlaufzeit von mindestens 4 Wochen hat. Auch dürfen Patienten nicht mit ernsten Herz-/Kreislauferkrankungen oder Infektionskrankheiten behaftet sein.
Prinzip hierbei ist, dass eigenes Blut Wochen vor der OP entnommen wird und der Patient dann unter Einnahme von Eisenpräparaten dieses wieder bis zur Operation aufbaut. Hiermit lassen sich maximal die Gabe von bis zu 2 Fremdblut- konserven einsparen.
Ob ein solches Verfahren für Sie nützlich sein kann, klären Sie bitte mit Ihrem Operateur oder mit Chefarzt Klaus Delfs, dem dafür zuständigen Anästhesisten.

Intra- und postoperative Blutaufbereitung
Hierbei wird das während und nach der Operation ( in die Wunddrainagen ) verloren gegangene Blut mittels einer „Blutwaschmaschine“ gereinigt und konzentriert und kann dann wieder zurückgegeben werden.


Dieses ist eine im Vergleich sehr effektive, zuverlässige und sichere Methode.
Sie kann allerdings nicht bei Tumorerkrankungen oder Operationen in mit Bakterien „verseuchten“ Operationsgebieten angewandt werden.

 

Nach der Narkose


Postoperative Schmerztherapie

Während der Operation werden Ihnen auch schon länger wirkende Schmerzmedikamente für nach der Operation verabreicht. Diese werden ihnen nach der Operation im Aufwachraum, auf der Intensivstation oder auch dann auf der Normalstation je nach Eingriff regelmäßig oder auf Anforderung weiter gegeben.

Immer dann, wenn zu erwarten ist, dass der Schmerz nach einer Operation mit diesen in die Vene gespritzten Mitteln nicht angemessen ausgeschaltet werden kann, kommen unsere Techniken der speziellen Schmerztherapie zur Anwendung. Im Wesentlichen geht es dabei um zwei Strategien:

Wenn die Operation z.B. in einer Periduralanästhesie durchgeführt wurde, kann der Katheter dann auch für die Schmerzbehandlung nach der Operation verwendet werden. Es wird eine Spritzenpumpe an den Katheter angeschlossen und hiermit ständig etwas Medikament verabreicht.  Die Bewegungseinschränkung ist dann oft wesentlich geringer als während der Operation, trotzdem ist die Schmerzausschaltung in den meisten Fällen gut. Mindestens ein- bis zweimal am Tag führt eine unserer Ärztinnen oder einer unserer Ärzte eine Visite durch und klärt mit Ihnen ab, ob die Schmerzdämpfung ausreichend ist, die verabreichte Menge ggf. erhöht oder vielleicht auch mit der Zeit sogar gesenkt werden kann.

Auch gibt es Schmerzbehandlungstechniken, bei denen z.B. für Eingriffe am Knie Katheter in die Leiste oder bei Operationen an der Hand Katheter in die Achselhöhle gelegt werden.

Außerdem praktizieren wir die Technik der Patienten-Controllierten-Analgesie, kurz PCA genannt. Am Bett des Patienten befindet sich in diesem Fall eine Pumpe mit einem Schmerzmittel, von dem sich der Patient eine kleine Portion anfordern kann, wenn der Schmerz anfängt unangenehm zu werden. Die Größe dieser Portion und die Sicherheitsabstände zwischen den einzelnen Portionen werden vom Anästhesisten noch im Aufwachraum auf der Grundlage des bisherigen Schmerzmittelbedarfs einprogrammiert.


Aufwachraum
Nach Vollnarkosen und oft auch nach Eingriffen in Teilnarkose werden die Patienten mindestens eine Stunde in unserem Aufwachraum in Bezug auf Kreislauf, Atmung, Schmerzsituation und Allgemeinbefinden überwacht. Bei Bedarf werden Mittel gegen Schmerzen, zu hohen oder zu niedrigen Blutdruck oder Übelkeit verabreicht. Eine unserer Schwestern und Pfleger ist immer vor Ort und bei Bedarf ist auch immer ein Arzt abrufbar.

Verfahren zur Schmerzbekämpfung mittels Schmerzpumpen in die Venen (P C A) oder in Schmerzkatheter (z.B. Periduralkatheter) werden im Aufwachraum begonnen.


Intensivtherapie

Die Betreuung und Behandlung nach größeren Eingriffen oder bei schweren Vorerkrankungen erfolgen durch Anästhesisten und Operateure gemeinsam, wobei die Anästhesisten für die Grundbehandlung und die Operateure für die Behandlung der speziell chirurgischen Belange der Patienten zuständig sind. Mindestens einmal täglich wird eine gemeinsame Visite durchgeführt. Hierbei werden die Behandlungskonzepte der einzelnen Patienten beraten. Bei Bedarf werden weitere Spezialisten zur Beratung hinzugezogen.

Unsere Intensivstation ist mit modernsten Geräten ausgestattet, mit denen alle Organsysteme unterstützt werden können und  unsere Pflegekräfte sind zum größten Teil langjährig in der Intensivpflege tätig und dadurch sehr erfahren im Umgang mit schwerkranken Menschen und den zur Behandlung nötigen Verfahren und Gerätschaften. Dies ist deshalb so wichtig, weil sie ja bei weitem die meiste Zeit mit den Patienten verbringen.

Auch auf der Intensivstation ist unser Bestreben, die Patienten möglichst wenig leiden zu lassen, d. h. immer mit ausreichend Schmerzmitteln und auch bei Bedarf Beruhigungsmitteln zu versorgen.

Für Gespräche mit Angehörigen, die unsere Intensivpatienten jederzeit besuchen können, nehmen sich unsere Ärztinnen und Ärzte viel Zeit.

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Ambulante Anästhesie


Für kleinere Eingriffe führt unsere Abteilung bei allgemein relativ gesunden Patienten auch ambulante Anästhesien durch. Das Aufklärungsgespräch und die Voruntersuchungen erfolgen in diesem Fall auch im Rahmen unserer Anästhesiesprechstunde.

Auch das Gespräch mit den Kollegen der operativen Abteilungen wird möglichst am gleichen Termin geführt, so dass Sie nur einmal vor der OP zu uns kommen zu brauchen.

Sofern Ihnen der Besuch dieser Sprechstunde  nicht möglich ist, können Aufklärung und Untersuchung im Ausnahmefall auch am Morgen des Operationstages erfolgen. Verzögerungen auf Grund noch erforderlicher Untersuchungen sind in diesem Fall allerdings nicht auszuschließen.

Um Ihnen zu lange Wartezeiten zu ersparen, erfolgt die Aufnahme in unserem ambulanten OP-Zentrum am OP-Tag in der Regel nach telefonischer Absprache am Nachmittag des Vortages, weil erst dann das Op- Programm einigermaßen sicher fest steht. Hier werden sie mit OP-Wäsche und nach Absprache mit Beruhigungsmedikamenten versorgt, in den OP gebracht, von dort nach der Operation wieder abgeholt und dann für mindestens 2 Stunden überwacht.

Nach Einnahme einer kleinen Mahlzeit kann die Entlassung bei komplikationslosem Verlauf frühestens 2 Stunden bei Vollnarkosen und 6 Stunden nach Teilnarkosen erfolgen, sofern zu Hause eine angemessene Versorgung gewährleistet ist. Vorher werden Sie noch einmal von einem Anästhesisten und einem Kollegen der operativen Abteilung angeschaut.

Auf keinen Fall dürfen Sie nach einer ambulanten Operation selbst nach Hause fahren.

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Schmerzarme Geburt


Periduralanästhesie

Gebären unter Schmerzen? Das muss nicht unbedingt sein! Seit etwa 10 Jahren nehmen werdende Mütter in unserem Haus die Möglichkeit in Anspruch, den Wehenschmerz mittels einer niedrig dosierten Periduralanästhesie zu lindern. Für diesen Service stehen unsere Ärzte täglich rund um die Uhr zur Verfügung. Und die Rückmeldungen von unseren Patientinnen sind überwiegend sehr positiv. Das Vorgehen ist dabei folgendermaßen:

Nachdem die Geburtshelfer die Indikation zur Periduralanästhesie gestellt haben, erklärt Ihnen der Anästhesist die Details des Verfahrens, legt den Periduralkatheter und spritzt eine erste Dosis, deren Wirkung in der Regel nach etwa einer Viertelstunde beginnt und dann ca. 2 Stunden anhält. Ein Nachspritzen ist so oft möglich, wie es benötigt wird.

Falls dann eine Entbindung auf natürlichem Wege doch nicht möglich sein sollte: Ein Kaiserschnitt kann in den meisten Fällen ebenfalls in Periduralanästhesie erfolgen. In diesem Fall können Sie Ihr Kind sofort sehen, und der Vater kann, sofern Sie beide das möchten (und sein Nervenkostüm stark genug ist), auch mit dabei sein.


Kaiserschnitt

Ist eine Geburt auf natürlichem Wege nicht möglich, so muss in der Regel ein Kaiserschnitt ( Sectio caesarea ) erfolgen.

Hierfür ist als Anästhesiemethode in der Regel die Teilnarkose der unteren Körperhälfte  ( Spinalanästhesie ) zu empfehlen, weil sie für Mutter und Kind meist die sicherere Methode ist. Bei der Mutter wird das Risiko einer Aspiration ( Einatmen von Erbrochenem bei der Vollnarkoseeinleitung ) gegenüber der Vollnarkose fast auf null reduziert und beim Kind wird das Übertreten von Narkosemitteln über den Mutterkuchen und die Nabelschnur komplett verhindert. Ein weiterer Vorteil ist auch noch, dass die Mutter das Kind direkt nach der Geburt sehen kann und eine Begleitperson ( z.B. der Vater des Kindes ) dabei sein kann. Nur in Notfallsituationen kann die Vollnarkose auch einmal die bessere Methode sein

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